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Die IT in deutschen Unternehmen – ein Stiefkind – eine Herausforderung

Die IT in deutschen Unternehmen – ein Stiefkind – eine Herausforderung

Die deutschen Unternehmen, die deutsche Regierung und die IT! Meine Erfahrung der letzten 30 Jahre.

Die Entwicklung der IT in deutschen Unternehmen hat viele Veränderungen gebracht. Aber diese Veränderungen sind nicht mit ganzem Herzen durchgeführt worden. Manchmal könnte man meinen es handelt sich nur um eine Modererscheinung!! „Ich muss einen PC-Haben dann bin ich ein fortschrittlicher Betrieb.“ Die Ursache ist hier vielschichtig. Einmal haben die Fachkräfte gefehlt, es gab Mitarbeiter die dem Fortschritt nicht abgeneigt waren, die sich in Ihrer Freizeit mit der neuen Technik beschäftigt haben. Diese haben dann die Jobs als IT-Verantwortliche bekommen haben. Das Wissen war vielfach nicht ausreichend und nicht mit den notwendigen Hintergründen belegt. In dieser Zeit haben die Weiterbildungen im IT-Bereich zugenommen. Die Teilnehmer waren Technik besessene die sich mit den Systemen beschäftigt haben. Damals war es noch notwendig Befehle Auswendig zu lernen um einen PC oder ein Netzwerk zu verwalten. Die IT in größeren Unternehmen beruhte auf den Großrechnern die in einem Preissegment lagen, dass sich nicht alle Unternehmen leisten konnten. Doch hier waren die IT-Mitarbeiter noch angesehenen Spezialisten. Wenn eine Auswertung benötigt wurde, mussten diese Listen(Papier) bei der IT-angefordert werden. Die Programmierer kannten sich mit Ihren Systemabfragen aus. Die Anwender machten die Eingaben und bekamen die Massenauswertungen. Übrigens waren es damals Unternehmen wie Nixdorf die einen großen Marktanteil hatten. Auch IBM war damals noch das Maß aller Dinge!! Dann wurden die ersten PC´s neben den Großsystemen in die Unternehmen gebracht um „schnell“ individuelle Auswertungen zu erstellen. Ich hatte damals einen PC um die Fehlerauswertung einer Betriebsanlage auszuwerten. Diese Auswertung konnt nicht in der Großanlage eingerichtet werden. Ich kannte mich aus und bekam einen PC!! (Den ersten in einem Unternehmen mit 2600 Mitarbeitern!)

Ein kleiner Umbruch und der erste Schritt in eine andere Welt! Die Entwicklung in diesem Unternehmen ging dann allmählich zu Arbeitsplatz – Rechnern in einem Netzwerk und mit spezieller Software. Ein Unternehmen wie SAP – gewann in diesen Umgebungen einen sehr guten Ruf und machte IBM mit Ihrem älteren System und der anderen Technik starke Konkurrenz. Dafür waren die Arbeitsplätze aber nicht mehr „Dumm“ und direkt am Hauptrechner verwaltbar. Eine neue Aufgabe entstand mit den neuen Möglichkeiten, doch es gab auch noch kaum ausgebildete Mitarbeiter. Die „alten“ Mitarbeiter kannten nur Ihre Systeme und waren noch Programmierer! Neue gab es kaum!

In meiner Entwicklung ging es aber wieder einen Schritt zurück, ich nutzte meinen „PC“ Zuhause um eine Fertigungsoptimierung zu erarbeiten. Diese druckte ich aus, setzte diese im Unternehmen ohne PC und IT-System um! Auch eine kleine Inventur bearbeite ich privat und nutzte sie im Unternehmen. Ich war also auch so ein „ IT - Besessener“!! In meinem nächsten Job, einem Unternehmen diesmal mit IT-System, war meine erste Aufgabe ein neues BDE – System auf PC-Basis einzuführen.

Hier existierte schon eine Warenwirtschaft, die von einem Student, nach den Anforderungen vom Geschäftsführer erstellt wurde. Ein System, das nie Fertig wurde und sehr viel Geld für Anpassungen und Änderungen verschlang!

Im nächsten kleinen Unternehmen, habe ich dann die Umstellung von einem IBM-System auf ein Novell-Netzwerk mit Arbeitsplatzrechnern und der passenden Warenwirtschaft begleitet. Ich bekam dabei auch die erste Administratoren Schulung von einem Unternehmen bezahlt. Mehrere Wochenenden Schulung bei der IHK mit Abschluss als Novell - Administrator. Damit war ich der IT-Spezialist und der Ansprechpartner für den Hersteller des Warenwirtschaftssystems. Auch konnte und musste ich die Arbeitsplätze einrichten. Damals noch als PC´s nur mit dem Betriebssystem (Netzwerk) und der Warenwirtschaftsanwendung. Alles auf „DOS-Basis“!!! Für das Einpflegen, der Produktdaten, erstellte ich auf meinem privaten PC eine Anwendung, in der ich das Einpflegen der Daten automatisiert habe und die Zeit der Eingabe um 60 % reduziert habe. Des Weiteren konnte ich die Materialausnutzung bei einem Fertigungsschritt optimieren und so den Materialverbrauch verringern. Alles Dinge, die ich mit meinen privaten Mittel durchführte und die dem Unternehmen eine große Einsparung brachte. Aber auch ich habe viel gelernt und privat eine Weiterbildung zum EDV-Anwendungsberater durchgeführt und die dazugehörige Prüfung bestanden. Damit war für mich, jetzt der neue Weg, die IT und alles was damit zu tun hat. Ein Weg der mir viele neue Dinge gebracht hat. Es war aber auch eine Zeit der Ausbildung, meiner Ausbildung. Ich hatte jetzt mehrere Aufträge, deren Inhalt sich mit den Office-Anwendungen und der Schulung in diesen Programmen beschäftigte. Dabei kam von den Kunden auch die Nachfrage nach den Serverprodukten von Microsoft. Das brachte mich dazu die von Microsoft angebotenen Schulungen und die damit verbundenen Prüfungen zu machen. Manchmal noch mit den Originalunterlagen in englischer Sprache. Nach allen Schulungen und der nachweisbaren Erfahrung als Dozent konnte ich mit MCT nennen und selbst Microsoft Original Kurse geben. Damit begann die Zeit in der ich meine MS-Administratoren ausgebildet habe. Auch die Novell – Ausbildung habe ich durchgeführt nach dem ich einen Kurs kurzfristig übernehmen musste. Damit verbunden war auch die erste Erfahrung mit einem SAP-System, das ich administrieren sollte. Danach kamen noch Anforderungen anderer Art mit vielen Anwendungen und dem finden von Lösungen. Die Datenbanken hatte ich schon vor langer Zeit entdeckt und damit war der MS-SQL Server einen Pflicht oder Kür wie man will. Dadurch kamen dann neue Datenbankanwendungen hinzu. Unteranderem eine CRM Software, die ich Vertrieben habe und für deren Hersteller ich aich die Partner geschult habe. Die Anforderungen an die Kommunikation brachten mich dann auch noch zum MS – Exchangeserver. Die Erfahrungen aus dem zweiten Beruf „Maschinenbautechniker“ als Assistent vom Betriebsleiter und als Betriebsleiter brachten mir die Hintergründe für meine Aufgabe als Berater für Software und der Anpassung der Einstellungen.

All diese Erfahrungen bringen mich zu der Erkenntnis, die Unternehmen haben es mit der Einführung der IT gut gemeint aber es geht besser. Dieses „Besser“ wird aber gebraucht um die Vorzüge der IT auch wirklich nutzen zu können. Ich habe viel private Zeit mit der Bearbeitung von beruflichen Lösungen verbracht. Ich habe mir die Software beigebracht und alle Energie auf das Erlernen der Produkte eingebracht. Dies ist aber nicht der Standard. Heute wird sehr viel Zeit mit der IT verplempert, teilweise aus Unwissenheit, aber auch durch ein uneffektives Halbwissen und durch den Einsatz von Hobbyanwendern. Diese Dinge sind die offensichtlichen, die aber ein Unternehmen gefährden können. Denn die Systeme werden nicht leichter sondern eher „pseudoeinfach“. Da fällt mir die erste Schulung bei Microsoft ein, ich fühlte mich fit im Umgang mit dem Betriebssystem! Doch die ersten zwei Tage wusste ich gar nicht was hier abging. Es ging nur um die inneren Prozesse des Systems nicht um die einfache Bedienung. Genau diese Zusammenhänge mussten auch viele meiner Teilnehmer, Administratoren in Unternehmen, erst lernen! Bei vielen Schulungen eine schwierige Aufgabe „Fachleuten“ noch etwas über ihren Job zu erzählen. Doch am Ende hatten alle die gleiche Erfahrung gemacht: „Endlich weiß ich, was ich in meinem Job tue und besser machen kann!“

Wir wollen den Anschluss in der IT-Welt nicht verpassen. Doch wie sieht es mit unserem Verständnis für die IT Abhängigkeit aus? Vielen Unternehmen ist nicht bewusst wie abhängig sie von der IT und deren Daten sind. Die Sicherheit der Daten und der Systeme sind in vielen Fällen vernachlässigt. Die Systeme arbeiten vor sich hin und werden kaum beachtet. Wenn das System ausfällt, ist auf einmal das Problem da! Die Mitarbeiter sind zwar im Unternehmen, können aber nicht effektiv arbeiten (Wenn sie überhaupt arbeiten können!). Im schlimmsten Fall sind sogar die Daten nicht mehr vorhanden! Dann steht das Unternehmen vor einem existenziellen Problem. Warum kommt es soweit? Die Kosten für die IT sind in den Köpfen der Unternehmen zu hoch! Das betrifft die Anschaffung der Hardware und die Kosten der Software. Außerdem ist in der Brache auch das Bewusstsein für eine Software Geld auszugeben nicht ausgeprägt. Beim Vertrieb von Software Produkten habe ich öfter den Satz: „Ich habe einen Studenten der programmiert mir das für kleines Geld!“ oder „Ich habe hier einen Mitarbeiter, der kann so etwas nebenbei machen, das kostet mich kein Geld, denn der ist so wieso hier!“

Es gab gute Ansätze vom Amt für Informationssicherheit, doch die Entwicklung einer guten Lösung ist eingestellt worden. Es gibt zwar kommerzielle Lösungen, die aber nicht die Qualität und einige wichtige Inhalte nicht abbildet. Auch dieses Amt kommt mit den Änderungen in der IT nicht klar. Die Ausbildung der Studenten ist nicht der Geschwindigkeit der Entwicklung der Brache angepasst. Ich selbst habe für meine aktiven Jahre als Dozent, jedes Jahr mehrere Wochen mit Weiterbildung verbracht. Die Kosten für die Hardware und die Software waren sehr hoch und wenn ich am Ende des Jahres den Überblick darüber hatte wollte ich es im nächsten Jahr anders machen. Ich habe aber meinen Standard immer nur durch die hohen Investitionen halten können. Alleine die Kosten für die Software in meinem Schulungszentrum betrugen fast die Hälfte meine gesamt Investitionen.

 

Meine Zusammenfassung: Solange uns nicht bewusst wird, dass die IT Geld kostet, damit uns früher oder später ein Ausfall nicht ruiniert, wird es schwer die neuen Entwicklungen mit zu machen.

Jeder ist auf seinem Fachgebiet gut und wird dafür bezahlt!

Jeder Firmenwagen wird heute regelmäßig gewartet, doch meistens nicht von einem Laien, nein hier wird die Fachwerkstatt genutzt und das Fahrzeug auch immer (möglichst jede Woche) gepflegt. Alles eine Selbstverständlichkeit, doch ein IT-Netzwerk wird nicht beachtet solange es läuft. Selbst wenn es läuft, wird es hingenommen, wenn es öfter zu Störungen kommt. In vielen Unternehmen habe ich schon gehört: „Heute war wieder der Administrator da, dann werden wir Morgen wieder ein Problem haben.“ Das würden Sie bei Ihrem Firmenwagen nicht Akzeptieren! Es wird aber bei der IT hingenommen.

Kosten für die Wartung können reduziert werden wenn es eine regelmäßige Überwachung der Systeme gibt! Dafür gibt es immer wieder neue Konzepte! Das dafür Notwendige Wissen muss sich erarbeitet werden und gibt es nicht immer in einer Zeitschrift und meistens nicht zusammenhängend im Internet. Lösungen schon aber Konzepte setzen Hintergrundwissen voraus und zwar nicht nur auf der IT-Seite sondern auch auf der organisatorischen Seite der Unternehmen. Diese beiden Seiten müssen auf eine Ebene gebracht werden. Sonst geht es so weiter wie die letzten Jahre.

Viele Informationen für einige Grundsätze:

Die IT und die Anwender müssen eins werden!

Die IT muss ein Werkzeug werden!

Die IT muss gepflegt und auf dem neuesten, notwendigen Stand bleiben!

Mitarbeiter müssen mit dem Werkzeug arbeiten und nicht das Werkzeug mit dem Mitarbeiter!

Die Werkzeuge müssen für die zu erledigenden Aufgaben geeignet sein!

 

Mehr zu dem Thema oder eine individuelle Beratung können Sie gerne anfordern!